Wolf in Niedersachsen „Anti-Wolfs-Demo ist überzogene Panikmache“

GRÜNE: Probleme mit den geltenden Regelungen sehr gut beherrschbar

Die von den Kreislandvolkverbänden und den Oldenburgischen Deichbänden geplante Protestaktion gegen den Wolf ist nach Meinung der Grünen überzogene Panikmache: „Dass der Wolf zurück ist, ist ein Erfolg des Naturschutzes. Ja, es gibt auch Probleme, aber sie sind mit den geltenden Regelungen sehr gut beherrschbar. Für ‚Feuer frei‘ gibt es absolut keinen Anlass. Den Wolf zu bejagen ist nicht nötig und rechtlich auch nicht möglich“, sagt Anne Kura, Landesvorsitzende der Grünen Niedersachsen.

Insgesamt raten die Grünen zu einem sachlicheren Umgang mit dem Thema Wolf. Der Wolf sei weder Kuscheltier noch Bestie. Auch die von Landvolk und Deichbänden postulierte „unverblümte Willkommenskultur für den Wolf“ gibt es nach Meinung der Grünen nicht. „Der Wolf war jahrhundertelang Teil unserer Tierwelt, wurde vom Menschen ausgerottet und ist jetzt wieder heimisch. Das ist gut so,“, betont Kura.
Wo es Wolfsrisse etwa von Schafen gebe, dürften die Tierhalter damit nicht allein gelassen werden. Es sei eine Aufgabe des Landes, die Kosten für Entschädigungen und präventive Maßnahmen wie den Bau wolfsabweisender Zäune zu tragen. „Genau das ist in Niedersachsen gängige Praxis, die man immer noch verbessern kann und muss. Das ist wirksamer als Panikmache“, sagt die Grünen-Landesvorsitzende Anne Kura.

Natürlich sei es gerade an der Küste schwieriger, präventive Maßnahmen zu ergreifen, räumt Gudrun Göhr-Weber, Sprecherin der Grünen Wesermarsch ein. Dragos Pancescu, Grünen Landtagsabgeordneter aus Brake, verweist daher auf die geltende Regelung im Bundesnaturschutzgesetz, wonach Wölfe im Einzelfall der Natur entnommen werden können, wenn erhebliche Schäden auf andere Weise nicht mit vertretbarem Aufwand vermieden werden können. „Das ist gut und richtig, denn wenn ein Wolf regelmäßig trotz präventiver Maßnahmen Nutztiere reißt, sollte und kann eingegriffen werden. Bei Gefahren für Leib und Leben von Menschen sowieso“, sagt Pancescu.

Zurück zum Pressearchiv