Anfrage der Abgeordneten Eva Viehoff, Anja Piel, Miriam Staudte, Christian Meyer, Dragos Pancescu und Belit Onay (GRÜNE) Mehrere Fälle von Tuberkulose in niedersächsischen Schlachthöfen: Was unternimmt die Landesregierung, um die Beschäftigten zu schützen?

Vorbemerkung der Abgeordneten

Medien berichten, dass in einem Schlachthof in Westeremstek (Landkreis Cloppenburg) mehrere Beschäftigte an Tuberkulose (TBC) erkrankt seien. Laut der Deutschen Presseagentur (dpa) sind dort aktuell drei Beschäftigte betroffen. Ein Patient sei gestorben (dpa, 14.12.2018). Laut der Nord-west-Zeitung (NWZ) soll das Gesundheitsamt angegeben haben, dass es in dem Betrieb, der zum Vion-Konzern gehöre, bereits im Februar 2018 einen TBC-Fall bei einem rumänischen Mitarbeiter gegeben habe (NWZ, 14.12.2018). Drei weitere Fälle von TBC seien dem Amt dann im September und Oktober vom behandelnden Krankenhaus gemeldet worden. Auch diese Männer seien beim Schlachthof beschäftigt und kämen aus Rumänien. Die Oldenburgische Volkszeitung gibt an, dass zudem Beschäftigte im Schlachthof von Danish Crown in Essen/Oldenburg mit TBC infiziert sein könnten. Inoffiziell soll von 14 Mitarbeitern die Rede sein, die am Band gearbeitet hätten. Erst als der Landkreis Osnabrück einen Hinweis gegeben habe, seien 40 Kontaktpersonen untersucht wor-den, jedoch ohne Befund. In Westeremstek seien 96 Menschen aus dem Umfeld der Erkrankten untersucht worden. 55 davon wiesen Antikörper auf, die auf Kontakt mit TBC schließen lassen, aber nicht zwangsläufig eine Erkrankung verursachen müssten. Bei zwölf Untersuchten stehe das Ergebnis noch aus. Ungeachtet dessen machten sich die Beschäftigten in den Schlachthöfen zu-nehmend Sorgen, sich bei erkrankten Kollegen anzustecken. TBC überträgt sich beim Husten und Niesen.

Kritik äußerte unterdessen die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Danach seien schon in der Vergangenheit TBC-Erkrankungen bei Werkvertragsarbeitern aus Osteuropa in Deutschland bekannt geworden. Das System sei „auf Ausbeutung ausgelegt, krank und kaputt“. Laut NGG bekommen die Arbeiter nur noch eine Einweisung bei den örtlichen Gesundheitsämtern. Vor 30 Jahren sei noch jeder Schlachthof-Mitarbeiter regelmäßig ärztlich untersucht worden (dpa, 14.12.2018).

Die Antwort der Landesregierung finden Sie hier.

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Anfrage der Abgeordneten Eva Viehoff, Anja Piel, Miriam Staudte, Christian Meyer, Dragos Pancescu und Belit Onay (GRÜNE) Mehrere Fälle von Tuberkulose in niedersächsischen Schlachthöfen: Was unternimmt die Landesregierung, um die Beschäftigten zu schützen?

Vorbemerkung der Abgeordneten

Medien berichten, dass in einem Schlachthof in Westeremstek (Landkreis Cloppenburg) mehrere Beschäftigte an Tuberkulose (TBC) erkrankt seien. Laut der Deutschen Presseagentur (dpa) sind dort aktuell drei Beschäftigte betroffen. Ein Patient sei gestorben (dpa, 14.12.2018). Laut der Nord-west-Zeitung (NWZ) soll das Gesundheitsamt angegeben haben, dass es in dem Betrieb, der zum Vion-Konzern gehöre, bereits im Februar 2018 einen TBC-Fall bei einem rumänischen Mitarbeiter gegeben habe (NWZ, 14.12.2018). Drei weitere Fälle von TBC seien dem Amt dann im September und Oktober vom behandelnden Krankenhaus gemeldet worden. Auch diese Männer seien beim Schlachthof beschäftigt und kämen aus Rumänien. Die Oldenburgische Volkszeitung gibt an, dass zudem Beschäftigte im Schlachthof von Danish Crown in Essen/Oldenburg mit TBC infiziert sein könnten. Inoffiziell soll von 14 Mitarbeitern die Rede sein, die am Band gearbeitet hätten. Erst als der Landkreis Osnabrück einen Hinweis gegeben habe, seien 40 Kontaktpersonen untersucht wor-den, jedoch ohne Befund. In Westeremstek seien 96 Menschen aus dem Umfeld der Erkrankten untersucht worden. 55 davon wiesen Antikörper auf, die auf Kontakt mit TBC schließen lassen, aber nicht zwangsläufig eine Erkrankung verursachen müssten. Bei zwölf Untersuchten stehe das Ergebnis noch aus. Ungeachtet dessen machten sich die Beschäftigten in den Schlachthöfen zu-nehmend Sorgen, sich bei erkrankten Kollegen anzustecken. TBC überträgt sich beim Husten und Niesen.

Kritik äußerte unterdessen die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Danach seien schon in der Vergangenheit TBC-Erkrankungen bei Werkvertragsarbeitern aus Osteuropa in Deutschland bekannt geworden. Das System sei „auf Ausbeutung ausgelegt, krank und kaputt“. Laut NGG bekommen die Arbeiter nur noch eine Einweisung bei den örtlichen Gesundheitsämtern. Vor 30 Jahren sei noch jeder Schlachthof-Mitarbeiter regelmäßig ärztlich untersucht worden (dpa, 14.12.2018).

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