Anfrage der Abgeordnete, Dragos Pancescu, Miriam Staudte und Christian Meyer Endet die Lebensmittelüberwachung vor dem Computerbildschirm? (Kleine Anfrage)

Unter der Überschrift „Müll frei Haus“ berichtet die ZEIT vom 7. März 2018 über den zunehmenden Online-Kauf von Lebensmitteln.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch habe demnach fünf Onlinesupermärkte auf den Verbraucherschutz getestet. „Die Untersuchungsergebnisse liegen der ZEIT exklusiv vor. Wichtigste Aussage: Die Anbieter unterscheiden sich untereinander vor allem in Details. Gewaltige Unterschiede gibt es allerdings zwischen den Lieferdiensten und herkömmlichen Supermärkten: Die Onlinehändler sind oft weniger transparent und verursachen teils deutlich mehr Müll.

Überprüft hat Foodwatch nicht nur Kriterien wie die Qualität der Ware, den Preis und die Liefergeschwindigkeit - sondern u. a., ob die Unternehmen gesetzliche Informationsvorschriften beachten. Während die Produktqualität durchweg zufriedenstellend gewesen sei, bemängelten die Tester den hohen Einsatz von Trackern, mit dem die Firmen ihre Kunden online beobachten. Relativ gut schnitt hier AllyouneedFresh ab, am schlechtesten Rewe.

Die Tester kritisierten nicht nur die Anbieter, sondern auch deren Überwachung. ‚Während der Lebensmittelhandel das Internet erobert, stecken die Kontrollbehörden in kommunalen Offline-Strukturen fest‘, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker der ZEIT ‚Vielerorts können die Lebensmittelämter schon bei Betrieben vor Ort nicht alle vorgeschriebenen Kontrollen durchführen - und jetzt kommt noch der Internethandel mit großen Shops und unzähligen kleinen Nischenanbietern dazu. Im Onlinelebensmittelhandel besteht ein erhebliches Kontrolldefizit. Die kommunalen
Behörden können das nicht leisten. Es wäre richtig, die Überwachung des Onlinehandels auf Bundesebene zu organisieren.‘“

Auch das Delmenhorster Kreisblatt berichtete am 8. März 2018. „‚Egal ob im Online-Shop oder im Supermarkt um die Ecke: Verbraucherinnen und Verbraucher müssen alle vorgeschriebenen Produktinformationen schnell und einfach finden können‘, sagte Martin Rücker, Geschäftsführer von Foodwatch Deutschland. Vier von fünf Anbietern geben allerdings keine eindeutigen Herkunftsnachweise für die verschickten Produkte an, wie Foodwatch-Expertin Luise Molling kritisierte. So sei bei Rewe nicht klar erkennbar gewesen, ob eine Paprika aus Deutschland, Spanien oder Israel kam. ‚Und Amazon Fresh gibt für seine Weintrauben insgesamt 13 Herkunftsländer an.‘“

Meine Fragen:

  1. Welche konkreten Probleme und Mängel aus Sicht des Verbraucherschutzes sind der Landesregierung beim Kauf von Lebensmitteln im Internet bekannt?
  2. Welche konkreten Schritte unternimmt die Landesregierung im digitalen Zeitalter, um den Regeln des Verbraucherschutzes auch bei Lebensmittelkäufen im Internet gerecht zu werden?
  3. Teilt die Landesregierung die Auffassung, dass eine gezielte Überwachung des Onlinehandels am besten auf Bundesebene zu organisieren ist?

Die Antwort der Landesregierung finden Sie hier.

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Anfrage der Abgeordnete, Dragos Pancescu, Miriam Staudte und Christian Meyer Endet die Lebensmittelüberwachung vor dem Computerbildschirm? (Kleine Anfrage)

Unter der Überschrift „Müll frei Haus“ berichtet die ZEIT vom 7. März 2018 über den zunehmenden Online-Kauf von Lebensmitteln.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch habe demnach fünf Onlinesupermärkte auf den Verbraucherschutz getestet. „Die Untersuchungsergebnisse liegen der ZEIT exklusiv vor. Wichtigste Aussage: Die Anbieter unterscheiden sich untereinander vor allem in Details. Gewaltige Unterschiede gibt es allerdings zwischen den Lieferdiensten und herkömmlichen Supermärkten: Die Onlinehändler sind oft weniger transparent und verursachen teils deutlich mehr Müll.

Überprüft hat Foodwatch nicht nur Kriterien wie die Qualität der Ware, den Preis und die Liefergeschwindigkeit - sondern u. a., ob die Unternehmen gesetzliche Informationsvorschriften beachten. Während die Produktqualität durchweg zufriedenstellend gewesen sei, bemängelten die Tester den hohen Einsatz von Trackern, mit dem die Firmen ihre Kunden online beobachten. Relativ gut schnitt hier AllyouneedFresh ab, am schlechtesten Rewe.

Die Tester kritisierten nicht nur die Anbieter, sondern auch deren Überwachung. ‚Während der Lebensmittelhandel das Internet erobert, stecken die Kontrollbehörden in kommunalen Offline-Strukturen fest‘, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker der ZEIT ‚Vielerorts können die Lebensmittelämter schon bei Betrieben vor Ort nicht alle vorgeschriebenen Kontrollen durchführen - und jetzt kommt noch der Internethandel mit großen Shops und unzähligen kleinen Nischenanbietern dazu. Im Onlinelebensmittelhandel besteht ein erhebliches Kontrolldefizit. Die kommunalen
Behörden können das nicht leisten. Es wäre richtig, die Überwachung des Onlinehandels auf Bundesebene zu organisieren.‘“

Auch das Delmenhorster Kreisblatt berichtete am 8. März 2018. „‚Egal ob im Online-Shop oder im Supermarkt um die Ecke: Verbraucherinnen und Verbraucher müssen alle vorgeschriebenen Produktinformationen schnell und einfach finden können‘, sagte Martin Rücker, Geschäftsführer von Foodwatch Deutschland. Vier von fünf Anbietern geben allerdings keine eindeutigen Herkunftsnachweise für die verschickten Produkte an, wie Foodwatch-Expertin Luise Molling kritisierte. So sei bei Rewe nicht klar erkennbar gewesen, ob eine Paprika aus Deutschland, Spanien oder Israel kam. ‚Und Amazon Fresh gibt für seine Weintrauben insgesamt 13 Herkunftsländer an.‘“

Meine Fragen:

  1. Welche konkreten Probleme und Mängel aus Sicht des Verbraucherschutzes sind der Landesregierung beim Kauf von Lebensmitteln im Internet bekannt?
  2. Welche konkreten Schritte unternimmt die Landesregierung im digitalen Zeitalter, um den Regeln des Verbraucherschutzes auch bei Lebensmittelkäufen im Internet gerecht zu werden?
  3. Teilt die Landesregierung die Auffassung, dass eine gezielte Überwachung des Onlinehandels am besten auf Bundesebene zu organisieren ist?

Die Antwort der Landesregierung finden Sie hier.